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Gott auf Wohnungssuche

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!
Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.
(Sacharja 2,14)

Liebe Gemeinde, liebe Leser*innen,

was für ein merkwürdiger Gedanke: Gott ist auf Wohnungssuche! Und tatsächlich wird in der Bibel immer wieder davon berichtet. Wie wir beim Propheten Sacharja sehen, bereits im Alten Testament. Aber vor allem im Neuen Testament. Denken Sie an die Weihnachtsgeschichte: Die schwangere Maria und Josef finden keinen Platz in der Herberge. Später betont Jesus des Öfteren, dass er keinen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen kann. Häufig ist er auf ein Quartier bei Freunden angewiesen. Jesus bittet immer wieder um Aufnahme in der Hoffnung, dass er willkommen ist.
Das ist sein Wesen: Jesus möchte als Gast Einlass finden. Das vor uns liegende Weihnachtsfest fordert uns dazu heraus. Jesus kommt auf die Erde, um uns nah zu sein. Öffnen oder verschließen wir ihm die Tür? Darf er bei mir wohnen? Oder schicke ich ihn weg?
Die Adventszeit dient seit jeher dazu, sich auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Die Frage, die im Raum steht, findet Ausdruck im Adventslied: Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir? (Evangelisches Gesangbuch Nr. 11). Mit einem offenen oder verschlossenen Herzen? Es lohnt sich – gerne bei Glühwein und Lebkuchenherzen – (wieder einmal) darüber nachzudenken.
Nicht umsonst ist die Advents- und Weihnachtszeit eine sehr emotionale Zeit. Es geht ums Eingemachte: Was zählt wirklich im Leben? Bin ich allein oder geborgen? Jesus kommt auf die Erde, um mir nah zu sein und  Geborgenheit zu geben. Biete ich ihm einen Platz in meinem Leben an? Schließlich sucht er ja eine Wohnung…

Mit adventlichen Segensgrüßen
Ihr Pastor Michael Bausmann